Nach
dem Unfall vom späten Montag nachmittag wurde am Dienstag der Auftakt
des Rennens abgesagt, das zu den bedeutendsten Wettkämpfen im Radsport
der Frauen auf der Welt gehört. Der thüringische Ministerpräsident
Dieter Althaus (CDU) sprach den Angehörigen und der australischen
Damen-Rad-Nationalmannschaft am Dienstag in einem Brief sein Beileid aus.
Eine der beiden Sportlerinnen, die bei dem Unfall lebensbedrohlich verletzt
wurden, war nach Angaben der Polizeidirektion Gera außer Lebensgefahr.
Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Verkehrsunfall auf der Ortsverbindungsstraße
zwischen Zeulenroda und Auma im thüringischen Landkreis Greiz. Bei
der Toten handelt es sich um die 29jährige australische Radsportlerin
und frühere Olympiateilnehmerin Amy Gillett. Eine 24 Jahre alte Teamkollegin
schwebte auch am Dienstag noch in Lebensgefahr. Noch nicht ansprechbar
war auch die 18jährige Autofahrerin, die ebenfalls schwer verletzt
im Krankenhaus lag. Deshalb gab es auch noch keine näheren Erkenntnisse
über die Unfallursache. Wie die Einsatzleitung der Polizei in Gera
mitteilte, war die Autofahrerin plötzlich von der rechten auf die
linke Fahrbahn geraten und dort in die Gruppe der Radfahrerinnen gerast.
Anstelle des geplanten Zeitfahrens zum Auftakt des Radrennens wurde am
späten Nachmittag eine Gedenkveranstaltung in Zeulenroda mit anschließender
Kranzniederlegung an der Unfallstelle abgehalten. Daran wollten alle Teilnehmerinnen
des Sportereignisses teilnehmen. Die Rundfahrt beginnt statt dessen nunmehr
mit der zweiten Etappe der 590 Kilometer langen Tour am Mittwoch.
Die Starterinnen und Trainer seien sehr bestürzt, sagte ein Sprecher
des Veranstalters, wollten aber trotzdem fahren. "So ein tragisches
und beispielloses Unglück haben wir im Radrennsport noch nicht erlebt."
Die australische Gruppe wurde auf der Trainingsfahrt mit einem Begleitfahrzeug
von hinten abgesichert, vorne seien Begleitfahrzeuge aber bislang nicht
üblich, hieß es weiter.
Die bei dem Unfall ums Leben gekommene Amy Gillett stammt aus dem südaustralischen
Staat Victoria und hatte die Sommersportsaison zusammen mit ihren Mannschaftskameradinnen
in Italien verbracht. Sie hatte 1996 zusammen
mit den übrigen Teilnehmerinnen des australischen Olympiateams bei
den Sommerspielen in Atlanta den fünften Platz im Ruder-Achter der
Frauen belegt. Die Familien von drei der verletzten Teamkameradinnen
flogen von Australien nach Thüringen.
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